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Welches Gewohnheitstier bist du?

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Gerade nach der Urlaubszeit fällt mir besonders auf, dass wir, sobald wir ins Alltagsleben zurückgekehrt sind, die Dinge genau so tun wie immer. Wieso gelingt es uns im Urlaub, Dinge anders zu machen und kaum sind wir wieder in gewohnter Umgebung beginnt vollautomatisch,  wie ferngesteuert, sofort derselbe Alltagstrott?

Wenn ihr mit euerem Leben vollkommen zufrieden seit, dann ist das ja perfekt. Doch in meinem Umfeld kenne ich keinen Menschen, der nicht gerne etwas in seinem Leben verändern möchte. Doch seine Gewohnheiten zu ändern, fällt vielen sehr, sehr schwer, also hier in paar Anregungen dazu:

Ich nehme hier mal als Beispiel unseren Familienbeagle Funny. Eigentlich ist sie im besten Alter und kann sehr unternehmungslustig und bewegungsfreudig sein. Doch da sie bei meiner Frau Mutter und meinem Herrn Vater lebt, läuft ihre Tagesstruktur oft sehr gemächlich ab (wir sagen dazu: Sie ist ein Pensionistenhund und hat sich ihren Unterkunftsgebern total angeglichen). Wenn man sie nicht anders kennt, glaubt man, sie schläft fast 16 Stunden pro Tag und ist, was das Wetter und die Temperaturen betrifft, sehr zimperlich. Sie schläft am liebsten an einem sonnigem Platz, im Winter am liebsten ganz in der Nähe des warmen Holzherdes – sie schiebt sogar selbst ihre Hundedecke ganz nahe zum warmen Herd – und wenn es regnet möchte sie das Haus gar nicht verlassen und würde am liebsten zum Gassi gehen noch unter einem Regenschirm rausgetragen werden, damit sie ja nicht nass wird.

Doch wie jeder von uns, hat sie auch eine zweite Seite bzw. kann auf Knopfdruck ihre Unternehmungslust sofort wieder abrufen, sobald Maskulino, meine Nichten oder ich bei der Tür reinkommen. Dann kann sie laufen und springen und ewig Spiele oder Spaziergänge mit uns machen, ohne dass sie jemals müde wird. Bei unserer Familienwanderung in der Ramsau – die Silberkarklamm – hatte sie nach der Wanderung sogar einen so argen Muskelkater (anscheinend in den Oberschenkeln), dass sie sich ohne Schmerzen gar nicht mehr hinsetzen konnte, also versuchte sie den Abend im Stehen zu verbringen. Und siehe da am nächsten Tag war alles wieder vergessen und sie war wieder life dabei bei unserer nächsten Wanderung.

Wenn aber kein Bewegungs- oder Motivationspartner in der Nähe ist, tut sie so, als wolle sie nur schlafen. Sie öffnet maximal ein Auge, um mal zu checken, ob der neue Besucher für Spiel und Spass zu gebrauchen ist, und entscheidet dann in der Sekunde – Augen wieder zu oder auf in das Abenteuer. Ich bin wahrscheinlich auch ein Gewohnheitshund, wie Funny, wenn ich von außen motiviert werde und in Gesellschaft, könnte ich manchmal fast Bäume ausreissen. An einsamen, langweiligen Tagen überlege ich mir machmal, soll ich jetzt wirklich von meiner Sonnenliege aufstehen oder könnte mir nicht jemand anderer Kaffee und Kuchen in meine Nähe von maximal einer Armlänge bringen? Also ich kann mich, wenn ich wachsam bin, innerhalb weniger Minuten von einem Faultier, in eine Gazelle oder einen Elefanten verwandeln? Welche Tiere kennt ihr denn in euch?

Wollt ihr das Faultier, welches ja aufgrund seiner anatomischen Bauweise keine andere Chance hat, bleiben oder wollt ihr euren Körper, der ja für einen aufrechten Gang gebaut wurde, das geben, was er braucht, um lange gesund und fit zu bleiben? Wollt ihr jeden Tag Eukalyptus Blätter kauen oder wollt ihr Abwechslung in euren komplexen Körper bringen, damit er ausreichend aber nicht zu einseitig mit den Nährstoffen, die ihr mit eurer Nahrung aufnehmt, versorgt wird? Zum Glück ist das Gehirn von uns meisten so gut entwickelt, dass wir und täglich neu entscheiden können und nicht nur dazu geschaffen sind, unseren Instinkten, Mustern und Gewohnheiten zu folgen.

Ich kenne einige jüngere Menschen für die ab September oder Oktober ein neuer Lebensabschnitt beginnt, z.B. der Einzug  ins Lehrlingsheim und der allererste Arbeitstag, der Bezug des Zimmers im Schülerinternat und die ersten Tage in der neuen Schule, weit weg von zu Hause, dem gewohnten und bekannten Umfeld, oder der erste Tag auf der Uni oder der erste Schultag der Taferlklassler.

Habt ihr das Gefühl dass es diesen Menschen schlecht geht? Ich nicht, ich finde die Menschen, die in diesem Fall quasi gezwungen werden, sich komplett neu zu orientieren, sind wach, aufmerksam und es kribbelt in ihnen, so als ob man das Blut fließen spürt oder hört, wie eine kleine Quelle, die entspringt und sich dann später zu einem ruhigen kleinen Fluss entwickelt.

So ähnlich möchte ich gleichzeitig, quasi als Solidarität mit den Neueinsteigern, beginnen, meine Gewohnheiten zu hinterfragen. Muss der erste Blick am Morgen auf mein Handy sein oder sollte ich nicht zuerst dem Menschen, den ich liebe in die Augen schauen? Muss der Computer auch am Wochenende aufgedreht werden oder könnte ich das nicht auch am Montag erledigen? Kann ich vor 3 Kaffee am Morgen wirklich noch nicht arbeiten oder Sport betreiben? Kann ich ohne Betthupferl z.B. Schokolade oder Schokobanane wirklich nicht einschlafen? Ist die Nachspeise nach dem ausreichenden Essen wirklich notwendig? Muss es ein ganzer Eisbecher sein, ist nicht eine Kugel genug? Muss ich das Auto für jeden Meter in Betrieb nehmen, kann ich den Weg nicht auch zu Fuß oder mit dem Rad erledigen? Muss ich die Straßenbahn oder U-Bahn nehmen, oder kann ich nich einen Teil zu Fuß bewältigen? Soll ich wie immer den Aufzug nehmen, oder schaffe ich doch die paar Stockwerke ohne Strom zu verbrauchen und somit die Betriebskosten zu erhöhen? Muss der Quick-Lunch wirklich Kebab, Schnitzel- oder Leberkässemmel sein, gibt es da nicht nahrhaftere Dinge, die meine Waage und somit auch mich zufriedener machen? Wann habe ich denn meine Rollerskates oder Federballschläger zuletzt benutzt? – wahrscheinlich haben sich‘ s an deren Lagerort bereits die Spinnen gemütlich gemacht. Will ich wirklich meine Leber und Lunge so strapazieren und täglich meine x Zigaretten rauchen oder meine x Gläser oder sogar Flaschen Wein oder Bier trinken?

Ein paar effektive Änderungen, um eventuell euren Cholesterinwert zu senken oder euren Ruhepuls zu senken oder mehr Lebensfreude und Energie zu gewinnen, könnt ihr unter der Rubrik los geht’s nachlesen.

Meine erste Änderung heute war, dass ich statt Nordic Walken mal Joggen probiert habe, nur 10 Minuten und ganz langsam, somit hatte ich meine ersten Schwitzminuten absolviert, meine Lunge gereinigt und ich bin gleichzeitig stolz, dass ich diese neue Aufgabe gut geschafft habe. Und auf Anregung meiner Nachbarin Sarah werde ich mich heute ca. 30 Minuten vor Maskulinos Abfahrt mit dem Auto mit meinen Nordic Walking Stecken auf den Fußweg Richtung Heimat machen, solange, bis er mich dann on the Road aufgabelt – das erinnert mich dann gleich an mein abenteuerliches Autostoppen als Jugendliche, welches ich aber heute nicht mehr empfehlen würde.

Auch meine Nachbarn Gudrun und Martin haben heute schon etwas Neues ausprobiert. Sie sind mit ihren Rädern und den Nordic Walking Stecken im Gepäck (wie auch immer sie die transportiert haben) in die Weinberge geradelt und dort dann ihre Walking Runden gegangen – mal eine neue Strecke, abwechslungsreich und mit Ausblick! Finde ich eine tolle Idee, nur weiter so!

Viel Freude mit euren neuen Lebensumständen, Bewegungs-, Essens- und Trinkgewohnheiten wünscht euch

Gelly

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P.S.: Es würde mich sehr freuen, wenn ihr eure neuen Wege z.B. als Kommentar mit uns teilen könntet, ….

Heute ausnahmsweise noch eine Widmung: Ich widme diesen Beitrag meiner Nichte Bella, die gerade ihr neues Schulinternat bezogen hat und ich wünsche ihr viele nette liebe neue Freunde und eine tolle Zeit in ihrer neuen Schule. In Gedanken sind meine Frau Mutter – also ihre Oma – und ich heute bei ihr und schicken ihr auf diesem Weg liebe Grüße. Auch ich war oft weg von zu Hause und konnte die Zeit besonders deswegen genießen, weil ich wußte, dass meine Familie und Freunde stolz auf mich waren und mich im Hintergrund, auch von der Ferne, immer ganz toll unterstützten. Mit diesem Rettungsanker lassen sich die ersten Entdeckungsreisen noch besser genießen. Alles Gute für die Reise in dein neues (zweites) Leben Bella!

 

 

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