Gellysblog

Von Nix kommt Nix – Weniger ist mehr!

| Keine Kommentare

Habt ihr eigentlich schon einmal das „Wurst- oder Leberkäsphänomen“ oder das „Einkaufswagenphänomen“ beobachtet? Meine Erfahrung beim Einkauf bei der Feinkostvitrine eines Supermarktes oder auf einem „Marktstandel“ ist, dass die Menge der gereichten Lebensmittel sehr oft direkt proportional zu dem Körperumfang des Verkäufers ist. Das selbe Phänomen beobachte ich oft bei den Kunden und der Menge der im Einkaufswagen transportierten Lebensmittel.

Wenn ich eine Wurstsemmel bestelle, die ich zum Glück nur mehr selten als „Kraftspender“ und schnellen Kohlenhydratschub an stressigen Tage zu mir nehme, dann streut die Menge der Füllung von 30 bis 100g. Anscheinend geht der Verkäufer davon aus, dass der Kunde genau dieselbe Menge wünscht, die er sich selbst auch gönnen würde. Dieses Phänomen bringt mich sehr oft zum Schmunzeln! Manchmal muss ich dann noch mit dem Feinkostverkäufer diskutieren, ob ich wirklich nur ein paar Scheiben in meine Jausensemmel wünsche, denn er oder sie kann sich das gar nicht vorstellen, dass die Jause mit so wenig Inhalt überhaupt schmecken kann.

Auch die Frage, wollen sie das noch und das noch, kommt immer wieder. Wenn ich Gurkerl ablehne, dann werde ich noch nach Senf oder Käse gefragt, was ja die eigentliche Aufgabe des Verkäufers ist, wenn er oder sie mir schon nur ein paar Deka verkaufen kann, den Umsatz mit dem „Zubehör“ dann doch noch ein wenig zu steigern. Wobei ich es grundsätzlich sehr gut finde, dass nicht nur Wurst und Käse, sondern auch Gemüse wie Paprika, Salat oder Tomaten in manchen Läden schon selbstverständlich als „Semmelfüllung“ angeboten werden.

Manchmal bin ich auch versucht, nach einem Wurst- oder Käsebrot zu fragen, denn Weißbrot möchte ich derzeit ja eher vermeiden. Doch wenn, dann möchte ich das Schwarzbrot auch frisch aufgeschnitten, mit Butter bestrichen, dann dünn belegt und mit einem dünnen „Deckel“ bedeckt. Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich noch niemanden gehört, nach Schwarzbrot zu fragen, vielleicht starte ich diesen Versuch beim nächsten Mal, wäre doch interessant, was passiert. Was ich schon einmal gewagt habe, auf einer Tankstelle nach Obst zu fragen, worauf mich der Kassier verwundert angeschaut hat und mit einem lauten: Nein, das haben wir nicht, gleich wieder ignoriert hat.

Gestern wollte ich mich aus diese Diskussionen gar nicht einlassen und haben mir einfach einen frischen Fruchtteller aus der Selbstbedienungsvitrine geholt und diesen als unsere „Kaffeejause“ mit nachhause gebracht. Wie immer verneint Masklino dann meine Frage: Möchtest du auch frisches Obst naschen? Doch nachdem ich das bereits aufgeschnittene Obst (Ananas, Melone, Kiwi und Erdbeeren) doch schon für einige Minuten in Griffweite vor seine Nase und direkt in seinem Blickfeld positioniert und noch dazu mit Gabel und Serviette dekoriert hatte, griff er dann schlussendlich doch zu und gönnte sich auch einen Vitaminschub an dem gestrigen heißen Nachmittag.

Generell machen auch wir oft den Fehler, dass wir glauben, dass der andere genauso denkt wie wir, was sich doch meist als großer Fehler herausstellt und manchmal sogar zu Diskussionen und Missverständnissen führt. Also was habe ich während meiner Zeit mit bewusster Ernährung gelernt? Reden, fragen und probieren! Letztes Wochenende habe ich z.B. beim Heurigen gefragt, ob ich einen kleinen gemischten Salat haben kann, der nicht auf der Speisekarte war und siehe da, man hat mir einen kleinen, frischen, knackigen Salat als Beilage zu meinem Heurigenbrot serviert. Ich war begeistert!

Und da das frische Gemüse und den Salat bei unserem Kebapladen ums Eck immer so köstlich aussieht und durch den großen Umsatz auch immer frisch ist, habe ich mir vorgenommen beim nächsten Mal nach einer Gemüsebox mit Knoblauchsauce zu fragen. Auch da bin ich mir sicher, dass dieses Menü nicht auf der Karte der angebotenen Speisen steht. Also bin ich schon neugierig auf die fragenden Blicke und die Flexibilität des Verkäufers, ob auch dort die Kundenwünsche berücksichtigt und zufrieden gestellt werden. Idealerweise sollte ja die Nachfrage das Angebot bestimmen oder man gibt sich mit den klassischen Kebapkunden zufrieden.

Also möchte ich euch diesmal für das lange Wochenende die Frage mitgeben: Muss es denn immer so viel sein? Am leichtesten gelingt mir die Frage nach kleinen Mengen, wenn ich mir die anderen Kunden ansehe. Meist findet man nämlich, das, was man „ist“, genau direkt proportional dazu im Einkaufswagen. Manche Einzelpersonen oder 2 Personen kaufen da Mengen, die eine ganze Großfamile für mehrere Wochen versorgen könnten, vielleicht tun sie das ja auch, doch sehr oft zweifle ich daran.

Sogar meine Frau Mutter hat sich z.B. bei der dicke ihrer Brotscheiben umgestellt: Sie schneidet sich nicht so wie früher ca. 15 mm Scheiben runter, sondern begnügt sich manchmal auch mit einer 8 mm Scheibe. Auch die Menge der Butter aufs Brot hat sie bereits reduziert, seit ich ihr meinen neuen Lebensstil nahebringe und sie merkt, wie gut es mir dabei geht. Seit einiger Zeit findet man sogar bei meiner Frau Mutter keine 5 mm Schicht am Butterbrot, sondern manchmal nur einen Hauch davon.

Was ich noch abgelegt habe? Den Vorsatz, dass man immer alles zusammenessen muss. Gerade im Gasthaus sind mir die Mengen manchmal zu viel und ja, ich lasse mir die Reste manchmal einpacken, damit ich mich zuhause dann nochmals darüber freuen kann. Ich bin zwar kein klassischer Doggybag Fan und ich nehme die Reste nicht für Funny mit, doch ich fühle mich wohler, wenn ich einfach aufhöre zu essen, wenn sich das erste Sättigungsgefühl einstellt.

Der Glaubenssatz: Man muss alles aufessen, was am Teller ist, ist aus meiner Sicht im 3. Jahrtausend überhaupt nicht mehr gültig. Dieser kommt noch aus der Zeit, wo man nicht täglich so ein großes Speiseangebot wie heutzutage zur Verfügung hatte oder sich einfach nicht mehr leisten konnte. Ja, man sollte nichts wegschmeißen, denn gerade jetzt leiden wieder viele andere Menschen auf dieser Welt an einer großen Hungersnot. Also warum nicht kleinere Mengen bestellen und wenn´s mal wirklich zu viel ist, lieber mitnehmen oder verschenken?

Leider haben viele Menschen verlernt, auf ihre Körpersignale zu achten. Also isst man und isst man bis der Magen drückt, worauf man sich dann entweder eine Tablette oder einen Schnaps nachkippt oder noch schlimmer, gleich die Toilette besucht, um sich der Speisen unten oder oben wieder zu entledigen. Was macht das denn für einen Sinn? Wollt ihr euch wirklich selber quälen?

Ich hoffe, ihr könnt trotz meiner Ausführungen die kommenden kulinarischen Erlebnisse und vielleicht auch eure „Grillerei“ am Wochenende genießen, die vielleicht diesmal nicht zur Völlerei wird, und wünsche euch dafür ein schönes Juniwochenende mit dem Motto, weniger ist mehr und Qualität statt Quantität.

Gelly

Gellysblog

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


*