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Stattdessen – moderates Fasten bis Ostern!

Es sind nicht einmal mehr 14 Tage bis zum Ostersonntag, daher gibt es jetzt noch die Last-Minute-Gelegenheit für bisherige Fastenverweigerer, vielleicht doch noch auf das eine oder andere zu verzichten. Wie geht das? Für mich ist derzeit das Wort und die Umsetzung des „Stattdessens“ eine gute Möglichkeit, um vielleicht doch noch ein paar meiner Gewohnheiten zumindest bis Ostern zu ändern.

Das Titelbild mit dem Schokobananenstern erinnert mich immer an eine Situation mit meiner Schwester Rita und wie unterschiedlich der Begriff Menge oder Größe von verschiedenen Personen gesehen wird. Als ich sie einmal im Krankenhaus besuchte, fragte ich sie, ob ich ihr denn etwas mitnehmen könnte. Irgendwie hatte sie Lust auf Schokobananen und bat mich, solche mitzunehmen. Nachdem ich selbst immer nur maximal eine als Betthupferl pro Abend genieße, hatte ich eine angefangene Packung zuhause.

Um Zeit zu sparen, packte ich die angefangene Packung ein und machte mich sofort auf den Weg, meine Schwester im Krankenhaus zu besuchen. In der Packung waren noch ca. 10 Schokobananen und ich dachte, damit kommt meine Schwester 10 Tage aus, also sollte diese Menge auf jeden Fall für ihren Krankenhausaufenthalt, der ja nur für ein paar Tage geplant war, ausreichen. Aber denkste – wie aus der Pistole geschossen – sagte meine Schwester Rita nach der Übergabe meines Mitbringsels: Die esse ich ja auf einen Sitz auf, das sind aber nicht viele …!

O.k. – wieder etwas dazugelernt. Was für den einen zu viel ist, ist für den anderen viel zu wenig. So ähnlich passiert es mir oft selbst, da allerdings umgekehrt. Meine Familie und so manche Freundinnen sind mit ihren Mitbringsel – besonders bei den Süßigkeiten so großzügig, dass mich die Menge immer überrascht und oft verwundert. Was mache ich mit einer Großpackung von XY? Da komme ich ja bis Weihnachten aus.

Genau deswegen, wegen dieser Unterschiedlichkeiten, ist derzeit mein Motto für die Fastenzeit die Auseinandersetzung mit Stattdessen. Man kann bestimmte Dinge, von denen man sich gerne fernhalten möchte – wenn auch nur während einiger Tage – durch anderes ersetzen oder einfach nur die Mengen reduzieren, die ja für jede Person sehr individuell sind.

Für mich ist z.B. ein halbes Achterl statt einem Achterl und für andere vielleicht 5 Halbe statt 6 Halbe schon eine Reduktion und ein Verzicht. Untenstehend habe ich versucht, mich in verschiedene Lebenssituationen hineinzudenken, bei denen das Prinzip des Stattdessen oder eine kleinere Menge angewendet werden könnte:

Ersatz von oder stattdessen könnte z.B. in folgenden Situationen möglich sein:

Beim Trinken:

 

Beim Essen:

 

Bei anderen schlechten Gewohnheiten:

Mein Motto ist: Besser vorsorgen und dafür ist jetzt der beste Zeitpunkt, als dann wieder den ganzen Sommer über verwundert den Rekord auf der Waage anzuzweifeln und andauernd das kleine Bäuchlein mit dem Winterspeck mittels Anspannung der Muskeln einziehen zu müssen. Und bei mir hilft die Gewohnheit immer mit, d.h. wenn ich mich einmal ein paar Tage daran gewöhne, beim Hungergefühl in einen Apfel zu beißen statt fieberhaft nach einer Kalorienbombe zu suchen, dann suche ich spätestens nach einer Woche ganz sicher gleich einen Apfel – die Gewohnheit ist ein Luder, oder auch eine Erleichertung, je nachdem wofür man sie einsetzt!

Als kleine Anregung zum Schluss: Auch schon beim Einkaufen der Ostergeschenke von O-Hasen-, -Schinken-, -Lamm & Co könnte man sich ins Bewusstsein rufen, dass das was man auf Vorrat hat, meist auch gegessen wird – so sind wir erzogen oder wir wollen einfach keine Nahrungsmittel unnötig wegwerfen. Also hat jeder selbst die Wahl, ob er für sich selbst oder für seine Kinder, Freunde oder Verwandten eine kleine Variante oder eine Riesenausgabe kaufen oder schenken möchte.

Schenken sollte doch für den Empfänger gedacht sein: Wollt ihr jemandem, der andauernd mit seinem Gewicht kämpft oder eh´ schon Diabetiker ist, noch zusätzlich mästen? Nur bei Eltern sehe ich das Umgekehrte: Wollt ihr, dass eure Kinder – falls sie schon von ein paar „Winterspeckfalten“ umgeben sind, ihren Umfang noch mehr erhöhen und dann vielleicht in ganz jungen Jahren schon mit Selbstwertproblemen kämpfen?

Oft kann auch wenig genug sein, der Gusto ist nicht immer so unersättlich wie es unsere Gewohnheit glaubt. Und Menschen können sich ändern, wir selbst und auch unsere Mitmenschen – manchmal vergessen wir das allerdings und essen und schenken so, wie wir es immer getan haben. Ich habe mich z.B. ganz besonders über das heurige Geburtstagsgeschenk meiner Schwester gefreut.

Sie überreichte mir eine kleinen Korb – ab 50 bekommt man eher „Geschenkskörbe“ als Blumen oder Schmuck, an das habe ich mich schon gewöhnt -, der mit roten rüben Saft, Äpfeln, Bananen und gesunden Knabbereien in Form von Studentenfutter und getrockneten Bananenscheiben gefüllt war. Rita hat es geschafft, ihr Geschenkverhalten auf meinen neuen Lebensstil umzustellen und darüber habe ich mich riesig gefreut. Bei jedem Schluck oder Bissen des Inhaltes vom Gsunden Körberl denke ich an sie und freue mich, dass sie mit ihrem Geschenk genau den Gusto meines gesunden Lebensstils getroffen hat.

Ich wünsche euch noch zwei Wochen bewusstes Stattdessen – schon beim Einkaufen – und vielleicht ein wenig mehr Achtsamkeit für euer Mengenverhalten und trotzdem oder gerade deswegen eine angenehme Vorfreude auf die kommenden Osterfeiertage, -feste und -urlaube.

Gelly

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P.S.: Welche Tricks wendet ihr an, damit ihr die Fastenzeit nicht ungenutzt an euch vorüberzieht? Es würde mich freuen, wenn ihr diese mit uns teilen und meine Liste ergänzen könntet, damit dann vielleicht wirklich für jeden meiner Blogleser etwas dabei ist.