Gellysblog

Nicht entmutigen lassen – meine ersten Facebook Erfahrungen

Einfach vorsichtig einen Schritt nach dem anderen weitergehen …

Vor ca. 14 Tagen habe ich endlich den Schritt gewagt, mich bei Facebook anzumelden und auch ein wenig aktiv zu sein. Ich bin dem Rat meines Bekannten Marius gefolgt und habe mich mit meinem Blognamen angemeldet, um für „Fremde“ doch ein wenig anonym zu bleiben. Und meine ersten Eindrücke und Erfahrungen sind schlimmer, als ich es mir vorgestellt habe, doch es wird von Tag zu Tag besser.

Gleich nach dem Anmelden als ich die erste Freundin eingeladen habe, sich mit mir zu befreunden, ging sofort rechts (am Bildschirm) ein Fester auf und sie schrieb: Wer bist du? Kenne ich dich? Als ich dann auf mein Foto verwies – ich meinte das in meinem Profil, schrieb sie wieder: welches Foto? Als sie mich dann am Foto erkannte, stellte sie mir noch eine Fangfrage: Sie wollte den Namen ihres ehemaligen Pferdes wissen, … Und dann schrie ich schon um Hilfe!

Ich wurde mit Chat Nachrichten bombardiert – in der typischen Kurzform, in der man viel hineininterpretieren kann – und wollte das sofort beenden. Obwohl sich meine Freundin Melanie und ich ja doch kennen sollten, waren diese Formulierungen auf einmal fremd für mich, ich hatte ja vorher noch nie gechattet. Am liebesten hätte ich mich gleich wieder abgemeldet! Doch wie immer bei den meisten technischen Änderungen oder Einstellungen, kam mir Maskulino zu Hilfe und stellte einfach in den Einstellungen den Chat ab. Huch, und ich hatte endlich wieder Zeit zum Durchatmen!

Mittlerweile habe ich mich auch schon erkundigt und verstehe jetzt den Grund ihres Verhaltens. Anscheinend gibt es in den sozialen Netzwerken z.B. Männer, die sich als Frauen ausgeben und somit andere Fotos auf ihrem Profil haben, um so an Frauen heranzukommen. Hilfe, das geht doch nur im Internet. Wäret ihr früher auf die Idee gekommen, euch als Frau zu „verkleiden“ um mit mir z.B. von Frau zu Frau ins Gespräch zu kommen? Ich glaube nicht. Und wenn ihr das getan hättet, hätte ich das total abstoßend gefunden und auf keinen Fall eine mögliche Freundschaft in Erwägung gezogen. Aber irgendwie erinnert mich das trotzdem an das echte Leben: Auch eine Freundschaft oder eine Beziehung, die mit einer Lüge beginnt, hat selten Chancen auf Beständigkeit. Außerdem müsste man immer mit der Angst leben, dass die Bombe irgendwann platzt oder das Geheimnis bekannt wird. Ich denke, Ängste und Unsicherheiten gibt es in unserem alltäglichem Leben schon genug. Müssen wir da selbst noch neue Ängste entstehen lassen, indem wir bewusst Lügen verbreiten?

Anscheinend haben manche Personen aus diesem Grund nur Tierfotos in ihrem Profil – Tiere werden auch immer beliebter und sind für viele Menschen zum Lebensinhalt geworden. Anscheinend bekommt man dann auch automatisch viele Likes. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass die (einsamen) Kontaktsuchenden auch hier sehr kreativ sind und vielleicht einfach ein Tier erfinden – zufällig dieselbe Art und dieselbe Rasse, wie das gepostete – und auf diese Weise den Kontakt suchen. Hiermit möchte ich nochmals zur Ehrlichkeit in den sozialen Medien aufrufen. Gerade in der heutigen Zeit, wo viele Menschen unseren Politikern Unehrlichkeit und Blendung vorwerfen, sollte gerade jeder einzelne von uns das Vorleben, was wir uns auch von unseren Mitmenschen erwarten.

Und auch ich habe schon die erste Freundschaftsanfrage – natürlich von einem Mann aus irgendeinem fremden Land. Lt. Foto ein grauhariger adretter Mann, anscheinend englischsprechend. Und schon stelle ich mir auch schon die Frage: Wie kommt der auf mich? Wonach sucht er? Wer steckt da wirklich dahinter? Schade, dass wir dieses neue Medium gleich mit diesem Misstrauen beginnen müssen, weil wir in der Sekunde – bereits kurz nach dem Anmelden – sofort damit konfrontiert werden.

Also habe ich vorerst Mal – bis auf eine Ausnahme – nur Menschen kontaktiert, die ich zumindest einmal in meinem Leben auch Live getroffen habe und auch wenn bei manchen schon 31 Jahre vergangen sind, seitdem ich sie das letzte Mal live gesehen habe. Ich habe sie nur kontaktiert, wenn ich sie am Foto oder aufgrund ihrer Profilbeschreibung eindeutig identifizieren konnte. Bei manchen fehlen die Haare, bei anderen sind die Haare ergraut. Die Körpermaße sind zwar auf Fotos schwer auf Kilos umzulegen, doch Vermehrungen des Körpervolumens waren öfter zu erahnen als eine Gewichtsreduktion. Die Lesebrille, die bei vielen ehemaligen Schulkollegen sicher schon in jeder Tasche mitgetragen wird, war zwar nirgends zu sehen, doch ich konnte mir diese gut vorstellen. Auch meine Freundin Melanie hat sich jetzt doch auch in der Cloud (in den Wolken?) mit mir befreundet, aber erst als ich sie anrief und bestätigte, hee, ja ich bin´s!

Es hat mich gefreut, dass ich von vielen, auch wenn ich sie schon Jahrzehnte nicht gesehen habe, anscheinend doch wiedererkannt und somit „befreundet“ wurde. Ich finde es sehr spannend, zu sehen, wie es ehemaligen weiter oder näher Bekannten oder auch Menschen mit denen man einzigartige Momente oder auch längere Zeit (viele Schul- oder Arbeitsstunden) durchs Leben gegangen ist, jetzt geht. Wobei man bekommt eher nur mit was sie denken, wofür sie stehen, bei manchen auch, was sie gerade tun.

Denn diesen Vorteil haben die sozialen Netzwerke schon: Man ist auf jeden Fall „up to date“ – eigentlich könnte man schon sagen: „up to seconds“. Denn schon vom ersten Tag an hatte ich auf meiner Startseite hunderte von Bilder, Videos, Worte und Kommentare von Befreundeten und sogar von deren Befreundeten. Im Sekundentakt kamen neue Posts und wenn ich nicht noch anderes in meinem Leben zu tun hätte, könnte ich in Facebook sicher versinken. Doch das möchte ich auf keinen Fall! Zum Glück hat mir meine Kollegin Jana dann gezeigt, wie ich die Posts von Personen, die andauernd „Neuigkeiten“ teilen, die mich überhaupt nicht interessieren auf (für mich) unsichtbar stellen kann. Besten Dank dafür, denn jetzt habe ich endlich wieder Zeit an meinem Blog zu schreiben.

Leider habe ich´s noch nicht geschafft – bzw. ich weiß nicht wie, die Werbungen auszuschalten. Einige Werbepostings sind sogar nicht uninteressant, aber es kommt einem schon sehr komisch vor, fast geisterhaft, wie zufällig auf meiner Seite genau diese Werbungen erscheinen, die mich doch ein wenig interessieren. Aber das kannte ich ja schon von den diversen Internet-Suchmaschinen. So unter dem Motto: Woher weiß mein Computer, dass ich vorige Woche überlegt habe, einen Flug nach Malta zu buchen? Andauernd kommen da Angebote für günstige Flüge nach Malta. Ach ja, eh klar, ich habe ja danach gegoogelt. Also – selbst verursacht! Bei manchen Werbungen auf Facebook konnte ich sogar das Stichwort erahnen weswegen man mein Profil für diese Werbung ausgesucht hat. In diesem Sinne werde ich versuchen, nur die Dinge zu posten, die wirklich zu mir passen und von denen ich von ganzem Herzen überzeugt bin. Wenn darauf dann die Werbung abgestimmt ist, kann ich gut damit leben.

Die weitere Erkenntnis war, dass ich noch ziemlich unprofessionell unterwegs bin. Ich muss mir noch einen eigenen Webspace organisieren, denn jetzt bin ich noch bei Maskulino quasi eingemietet und es erscheint seine Domain und nicht, wie ich mir wünschen würde – Gellysblog. (Wahrscheinlich ist meine nächste Werbeeinschaltung jetzt ein kostengünstiger Webspace, wetten?) Und als er versuchte diese Einstellungen zu ändern, war auch mir selbst als Administrator auf einmal der Zugriff auf meinen eigenen Blog verweigert. Ich hatte da seit Monaten Zeit investiert und konnte nicht einmal selbst drauf zugreifen – eine Horrorvorstellung – ich war wirklich den Tränen nahe! Zum Glück konnte mein persönlicher Techniker, eben Maskulino, dann nach einigen Stunden Recherche den Zugriff auf meinen Blog wiederherstellen und die Welt war wieder in Ordnung.

Also habe ich auch das gelernt – ein Klick kann vieles bewirken: Die totale Zerstörung oder auch ein Lächeln im Gesicht. Also sollte man sich vielleicht doch ein wenig zurücklehnen und überlegen, was ein Post bewirken kann. Ich habe mich für die Freude entschieden und möchte versuchen, mit meinem Blog, das eine oder andere Lächeln auf eure Gesichter zu zaubern.

So wie ein Nachbar diese Woche im Lift zu mir sagte: „Es ist schön am Montagmorgen in ein hübsches, freundliches und fröhliches Gesicht zu blicken, das passiert mir nur selten.“ Dieser Satz hat mich die ganze Woche begleitet und mich immer wieder motiviert, dieses freundliche und fröhliche Gesicht auch anderen Menschen zu zeigen. Danke für diese tolle positive Beschreibung meines Auftretens, hört man selten ausgesprochen!

In diesem Sinne wünsche ich euch positive Begegnungen und Erkenntnisse im Internet, die Zuversicht und auch die Bestätigung, dass auch dort viele ehrliche Menschen unterwegs sind und die paar Sekunden der Achtsamkeit bevor man mit einem Dinge in die digitale Welt schickt, die anderen weh tun und man später vielleicht bereut.

Auf ein baldiges Wiederlesen mit einem Lächeln in euren Gesichtern

Gelly

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P.S.: Eines muss ich euch schon gestehen – ich verwende für alle beschriebenen Personen auf meinem Blog Phantasienamen zu deren Schutz damit sie für Fremde anonym bleiben. Und dass das leider notwendig ist, musste bei meinen ersten Postings und Beiträgen bereits feststellen.