Gellysblog

Hilfe, unser Kürbis ist (ganz) geschrumpft

Vor einigen Wochen hatte ich die Idee, einen Kürbis zu dekorieren und was daraus geworden ist, könnt ihr hier sehen und lesen. Anscheinend war ich mit meiner Halloweenstimmung ein wenig voreilig und viel zu früh dran. Denn er hat die Wartezeit bis Halloween nicht überstanden, also zeige ich euch heute die Vergänglichkeit, die ja bei niemandem aufzuhalten ist – am Beispiel unseres besonderen Halloweenkürbisses.

Zuerst hatte ich den Vorsatz, mit dem Rad Kürbiseinkaufen zu fahren, denn ich möchte ja tägliche Bewegung in meinem Alltag einbauen. Das hat sehr gut funktioniert und sogar richtig Spaß gemacht.

Ich hatte mich für den länglichen Kürbis entschieden, damit ich ein menschenähnliches Gesicht basteln konnte und der Transport am Rad vielleicht einfacher war, als mit einem dicken, breiten. Zuerst suchte ich einen passenden Platz und setzte ihm die schwarze Kappe auf. Ich beschloss auch, den Kürbis nicht auszuschneiden – 1. finde ich das irgendwie makaber und 2. besteht zumindest bei mir dabei auf jeden Fall Verletzungsgefahr und die wollte ich vermeiden.

Also beschloss ich, den Kürbis mit Naturprodukten zu dekorieren: Der nächste Schritt, war mit einer Stofftasche bewaffnet, alle möglichen Utensilien aus der Natur zu suchen, welche sich für eine Dekoration eignen würden. Dabei war ich sehr kreativ, folgte meiner Intuition und meiner Fantasie und die Zutaten sahen dann ca. so aus:

Zusätzlich hatte ich noch Kastanien, Nüsse, Hagebutten und Blätter in verschiedenen Farben, Schilf und unterschiedlich große „Steckerl“ gesammelt.

Nach und nach entstand dank Maskulinos Bohrmaschine, den vorhandenen Zahnstochern und der vielen Auswahlmöglichkeiten für Augen, Nase, Ohren und den Mund, dann ein recht lustiger Kautz. Damit auch er ein wenig gruselig aussehen konnte, suchten wir noch einen schwarzen Hintergrund, den wir mit Maskulinos Neoprenanzug fanden und das sah dann so aus:

Und nachdem noch so viel „Zutaten“ übrig waren, ging das Fotoshooting für unseren Kürbis gleich weiter:

 

Als wir unseren Kürbis, den wir vorsichtshalber seine Zeit im Freien verbringen ließen, nach 13 Tagen wieder besuchten, war sein Äußeres schon irgendwie anders. Die Augen waren schon etwas faltiger, der Mund schon etwas schief und er hatte alle Haare verloren. Das erinnerte mich irgendwie an unser altern. Die Haare werden meist weniger oder zumindest grauer, die Haut faltiger und fahler, die Falten und die Augenringe auffälliger und nicht mehr wegschminkbar, also altern wir genauso wie unser Kürbis, nur zum Glück nicht innerhalb von 13 Tagen.

Und weitere 3 Wochen später, hatte es der Kürbis leider schon hinter sich. Schade und traurig, doch so ist das Leben eben bei jedem und Halloween konnte er leider nicht mehr mitzelebrieren.

An diesem Beispiel wurde mir wieder bewusst, dass man den Moment und das Leben heute leben soll und nicht auf morgen oder auf die nächsten Wochen warten soll. Denn erstens wird man nicht jünger und die Vergänglichkeit in verschiedenen Formen ist einfach nicht aufzuhalten und alles andere wäre eine Illusion.

Trotz seiner Vergänglichkeit wird mir dieser besondere Kürbiskopf noch lange in Erinnerung bleiben und beim Betrachten der Fotos und der Erinnerung an den frischen und auch den „mittelalterlichen“ komischen Kautz kommt immer wieder ein Lächeln in mein Gesicht. Und er war auf jeden Fall etwas Besonderes, ein Unikat, denn von genau dieser Art, gibt es sicher keinen 2., also hat er sich selbst ein Denkmal gesetzt. Die Zeit die er hatte, hat er uns auf jeden Fall eine große Freude bereitet.

Und was ich daraus gelernt habe – ich würde es jederzeit wieder tun: Dem Verlangen und der Idee folgen und auch wenn nichts daraus wird, oder die Idee vergänglich ist, wie unser Kürbiskopf, und sich dann wieder in Luft oder in Kompost verwandelt, bleibt die Freude am Tun und die Erinnerung und somit auf jeden Fall ein Lächeln zurück.

Ich wünsche euch noch einen schönen Oktober, ob mit oder ohne Kürbis oder Halloween Feierlichkeiten. Vielleicht aber auf jeden Fall ein Lächeln zwischendurch, wenn ihr euch an besondere Momente oder Freuden eurer Lebens erinnert.

Happy Halloween wünscht euch

Gelly

Gellysblog