{"id":698,"date":"2016-12-03T09:36:17","date_gmt":"2016-12-03T08:36:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freude-am-wohnen.at\/gelly\/?p=698"},"modified":"2016-12-03T09:45:51","modified_gmt":"2016-12-03T08:45:51","slug":"kraut-und-rueben-oder-doch-abwechslung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freude-am-wohnen.at\/gelly\/kraut-und-rueben-oder-doch-abwechslung\/","title":{"rendered":"Kraut und R\u00fcben oder doch Abwechslung?"},"content":{"rendered":"<p>Aufgrund der vielen EU ja oder nein Diskussionen habe ich\u00a0jetzt mein Ern\u00e4hrungsverhalten genauer analysiert. Den ganzen Sommer habe ich mich dank der Regionalkiste von Biomitter nur von \u00f6sterreichischem Obst- und Gem\u00fcse\u00a0ern\u00e4hrt. Auch mit\u00a0letzten Lieferungen und den Produkten war\u00a0ich wie immer sehr zufrieden, doch recht bald ist mir dann die Freude auf Kraut und R\u00fcben oder Karotten und Pastinaken vergangen.<!--more--><\/p>\n<p>Also habe ich dann doch auf die B\u00fcrokiste mit Bio-Lebensmitteln aus Europa (Spanien, Italien, Griechenland) und sogar Bananen von einem anderen Kontinent umgestellt und es war nicht nur\u00a0eine besondere Freude f\u00fcrs Auge &#8211; endlich wieder mal Farben in meine K\u00fcche bringen, sondern auch mein Gusto auf Obst und Gem\u00fcse ist sofort wieder wach ger\u00fcttelt worden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-700\" src=\"https:\/\/www.freude-am-wohnen.at\/gelly\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/2016-11-30-08.07.59-300x225.jpg\" alt=\"2016-11-30-08-07-59\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.freude-am-wohnen.at\/gelly\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/2016-11-30-08.07.59-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.freude-am-wohnen.at\/gelly\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/2016-11-30-08.07.59-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.freude-am-wohnen.at\/gelly\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/2016-11-30-08.07.59-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Also k\u00f6nnte ich mich &#8211; vor allem gesund und ganzj\u00e4hrig &#8211; nur von heimischen (nur \u00f6sterreichischen) Produkten ern\u00e4hren? Nein, ich k\u00f6nnte das nicht. Ich bin sehr froh, dass\u00a0es uns durch den &#8222;freien&#8220; Handel (ich meine zollfrei) recht einfach gemacht wird, vor allem im Herbst und Winter, die Fr\u00fcchte und das Gem\u00fcse unserer s\u00fcdlichen &#8222;Nachbarn&#8220; zu kaufen und zu verzehren.<\/p>\n<p>Gerade zum Nikolaustag werden so manche Kinder von traditionsbewussten Eltern wieder Mandarinen oder Erdn\u00fcsse im Nikolaussackerl haben &#8211; h\u00e4tten eure Kinder (falls wir uns nur von \u00f6sterreichischen Produkten ern\u00e4hren m\u00fcssten) mit Kraut und R\u00fcben auch eine Freude? Ich glaube dann w\u00fcrden die gesunden Anteile\u00a0ganz verschwinden und\u00a0viele Eltern w\u00fcrden (weil es einfacher ist) auf Industrieprodukte wie Schokolade und nochmals Schokolade und nochmals Schokolade umsteigen. Noch vor\u00a0einigen Jahren hatten meine Nichten noch den Inhalt ihres Nikolaussackerls geleert und sofort die Anzahl der Mandarinen und N\u00fcsse gez\u00e4hlt und sich total dr\u00fcber gefreut, dass es so viele sind. Ich bef\u00fcrchte, heute w\u00fcrden sie eher nach den Geldscheinen im Sackerl suchen.<\/p>\n<p>Ja, die Zeiten \u00e4ndern sich, doch man muss ja nicht auf alles alt Bew\u00e4hrte verzichten. Ich lebe gerne die Mischung aus Gewohntem und zwischendurch ein kleines Abenteuer in neues Terrain. Durch die Produkte in der Obst- und Gem\u00fcsekiste, die\u00a0sehr vielf\u00e4ltig gemischt ist und mich immer wieder mit Produkten, die ich vorher nicht kannte &#8211; manchmal nicht einmal den Namen kannte &#8211; \u00fcberrascht, erlebe ich dann manchmal mein kleines Abenteuer zuhause.<\/p>\n<p>So wie dieses Mal: Ich fand darin &#8211; so wie ich glaubte &#8211; eine besonders gro\u00dfe reife Tomate und ein paar &#8222;normale&#8220; Tomaten, die so aussahen, als ob ich sie direkt von\u00a0in unserem Sommergarten geerntet h\u00e4tte. Also gab es gestern Abend unseren klassischen Tomatensalat auf italienische Art. Einfach die Tomaten waschen, schneiden &#8211; eigentlich w\u00fcrfeln, in eine Sch\u00fcssel geben und mit Oliven\u00f6l und Aceto Balsamico marinieren.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe &#8222;Tomate&#8220; hatte ich\u00a0vorgekostet, weil sie sich schon etwas weich anf\u00fchlte, um zu entscheiden, ob ich sie \u00fcberhaupt noch verwenden sollte. Doch sie schmeckte k\u00f6stlich und s\u00fc\u00df, also durfte sie mit rein in die Sch\u00fcssel. Es tat sehr gut, wieder mal schmackhaftes Gem\u00fcse, welches uns an Sommer erinnerte, zu verzehren. Es schmeckte k\u00f6stlich.<\/p>\n<p>Als ich dann die Rechnung der Biokiste einordnen wollte, las ich nochmals nach, wo das k\u00f6stliche Obst- und Gem\u00fcse gewachsen ist &#8211; vor allem die gro\u00dfe\u00a0&#8222;Tomate&#8220; hatte mich interessiert, weil sie ja besonders schmackhaft war. Und siehe da &#8211; man lernt nie aus &#8211; auf der Rechnung stand: 1 St\u00fcck Kaki aus Spanien!?! D.h. wir waren begeistert von der s\u00fcssen Tomate, die eigentlich eine Kaki war. Dann mussten wir aber gleich im Internet (Wikipedia) nachlesen, was das \u00fcberhaupt war, was uns da so begeistert hat. Ich hatte den Namen Kaki zwar schon geh\u00f6rt, aber zumindest bewusst noch nie gegessen &#8211; nur falls sie schon mal eine in irgendeinem Obstsalat untergemischt war,\u00a0k\u00f6nnte mir das\u00a0versehentlich passiert sein.<\/p>\n<p>Also f\u00fcr den <strong>Tomatensalat \u00e0 la Gelly<\/strong> braucht ihr eine Kaki und ein paar Tomaten, also die Freude, auch Produkte unserer europ\u00e4ischen Nachbarn auszuprobieren. Als\u00a0Vorbereitungen dazu, sind nur der Mut und die Neugier, sich mal \u00fcberraschen zu lassen und dann auch zu probieren, bevor man generell\u00a0zu allem Fremden NEIN sagt. Wenn ihr mich gefragt h\u00e4ttet, ob ich Kaki mag, h\u00e4tte ich wahrscheinlich mit: ich weiss nicht oder nein geantwortet. Ich hatte auch nicht das Gef\u00fchl, dass mir diese Frucht in meinem Alltag gefehlt h\u00e4tte. Doch jetzt, wo ich durch Zufall und ein Missverst\u00e4ndnis den besten Tomatensalat meines Lebens &#8211; durchmischt mit einer Kaki &#8211; gegessen habe, weiss ich, was ich durch meine vorherige Ablehnung wahrscheinlich vers\u00e4umt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Ich verstehe\u00a0jetzt auch\u00a0meine Eltern und viele\u00a0anderen Personen der Kriegsgeneration oder ehem. Kriegskinder. Meine Frau Mutter hat mir oft erz\u00e4hlt, wie sie sich \u00fcber ein St\u00fcck &#8211; meist wirklich nur ein St\u00fcck &#8211; einer Schokolade gefreut haben, als diese im Nikolaussackerl oder Osternesterl war. Ansonsten gab es ja meist nur die Produkte aus dem eigenen Garten und die Lebensmittel, die sich den ganzen Winter \u00fcber im Lehmkeller gehalten hatten. Einige \u00c4pfel und Birnen, viele Kartoffel- und Mehlprodukte. Daher ist es f\u00fcr diese Generation ja eigentlich noch immer ein Wunder und manchmal auch eine \u00dcberforderung, was man jetzt alles kaufen kann. Oft wird\u00a0noch immer\u00a0vor allem die Gr\u00f6\u00dfe der Portionen\u00a0beurteilt, weil das nicht immer selbstverst\u00e4ndlich war, dass der Teller t\u00e4glich und vor allem mit dieser Vielfalt voll ist.<\/p>\n<p>Dazu noch eine pers\u00f6nliche Geschichte: Als ich mal vor Jahrzehnten in Moskau war, gab es theoretisch auch alles. Die Speisekarte im Hotel war 4 Seiten lang (kleingeschrieben), also \u00fcberlegten wir lange, was wir bestellen sollten. Als der Kellner dann kam, meinte er &#8211; heute gibt es nur 2 Portionen von der Speise XY, alles andere war leider nicht verf\u00fcgbar. Dieses Schockerlebnis habe ich bis heute in Erinnerung, denn was nutzt es mir, wenn ich theoretisch alles bestellen kann und dann aber doch auf das, was grad in der Region vorhanden ist\u00a0(bei uns w\u00e4ren das jetzt Kraut und R\u00fcben), zur\u00fcckgreifen muss. Und es noch gar nicht soooo lange her, dass man in manchen Nachbarl\u00e4ndern z.B. Bananen nur mit &#8222;Schmierseife&#8220; bezahlen konnte. Ich habe mir sagen\u00a0lassen, das war\u00a0&#8222;B\u00fcckware&#8220;, also unter der Theke versteckt und nur f\u00fcr bestimmte Kunden gedacht.<\/p>\n<p>Ich sehr gl\u00fccklich dar\u00fcber in diesem Land leben, wo man wirklich fast alles, was das Herz begehrt, kaufen kann und trotzdem ern\u00e4hre ich\u00a0mich gerne von regionalen Produkten und versuche, auch\u00a0Unternehmen, die in diesem Sinne arbeiten, zu meinen Hauptlieferanten zu machen.\u00a0Bei Obst und Gem\u00fcse ist mein Heimatverst\u00e4ndnis zwar da, doch jetzt im Winter bin ich sehr froh, dass\u00a0ich\u00a0saisonbedingt den einfachen Zugang zu &#8222;ausl\u00e4ndischen&#8220; Produkten habe.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche euch einen bunten Herbst und Winter, dank der Vielfalt, die uns t\u00e4glich zur Verf\u00fcgung steht<\/p>\n<p>Gelly<\/p>\n<p>Gellysblog<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.freude-am-wohnen.at%2Fgelly%2Fkraut-und-rueben-oder-doch-abwechslung%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgrund der vielen EU ja oder nein Diskussionen habe ich\u00a0jetzt mein Ern\u00e4hrungsverhalten genauer analysiert. 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