{"id":364,"date":"2016-09-14T22:07:14","date_gmt":"2016-09-14T20:07:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freude-am-wohnen.at\/gelly\/?p=364"},"modified":"2016-09-14T22:23:54","modified_gmt":"2016-09-14T20:23:54","slug":"halbe-portionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freude-am-wohnen.at\/gelly\/halbe-portionen\/","title":{"rendered":"Halbe Portionen"},"content":{"rendered":"<p>Heute habe ich mich zwar wieder vegetarisch ern\u00e4hrt, doch der \u00dcbermut (vielleicht auch die Gier) hat mich wieder \u00fcberrollt. Beim abendlichen Treffen mit meiner Freundin Marylin im schattigen Gastgarten hatte ich mir eine Portion gebackenen K\u00fcrbis bestellt. Sehr k\u00f6stlich, aber so viel, dass ich &#8211; wie in letzter Zeit immer \u00f6fter &#8211; nach dem Essen total m\u00fcde wurde. Anscheinend ist mein K\u00f6rper mit dem Verdauen so besch\u00e4ftigt, dass nicht nur die Lust auf Bewegung vergeht, sondern sogar mein Plauderbed\u00fcrfnis durch eine anscheinende Kieferschw\u00e4che sofort vergeht.<\/p>\n<p>Eigentlich schade, denn diesen sommerlichen (fast) Vollmondabend h\u00e4tte ich gerne l\u00e4nger ausgekostet. Einmal war\u00b4s sogar noch peinlicher: Zu Besuch bei meiner Freundin Gina war die Minestrone und das anschlie\u00dfende Gulasch so k\u00f6stlich, sodass ich mir immer wieder nachgeben lie\u00df. Und siehe da, gleich nach dem Essen wurde mir schummrig und ich musste ihre geliebte rostbraune Ledercouch, die eigentlich nur als Leseecke dient und schon gar nicht als G\u00e4stebett gedacht war, umwidmen und mich kurz niederlegen, bis mein Kreislauf wieder in Schwung kam.<\/p>\n<p>Aufgrund des heutigen Erlebnisses nehme ich mir\u00a0fest vor, in Zukunft wieder kleinere Portionen zu mir zu nehmen. Oft klappt das ja auch ganz gut. <!--more-->Entweder gibt es Seniorenteller &#8211; jetzt verstehe ich endlich, wieso diese kleineren Portionen so genannt werden -, da man mit zunehmendem Alter anscheinend wirklich mit weniger satt ist. Ich muss gestehen, diese zu bestellen, widerstrebt mir zwar schon sehr, denn von\u00a0der Pension bzw. dem &#8222;Amtstitel&#8220; Seniorin f\u00fchle ich mich noch sehr weit entfernt, obwohl es ja nur mehr 13 Jahre bis dorthin sind. (Vielleicht?)<\/p>\n<p>Eine Zeit lang habe ich regelm\u00e4\u00dfig einen Kinderteller ausgesucht, wobei hier die vegetarische Auswahl in Gastst\u00e4tten sehr sp\u00e4rlich ist. Das Maximum an fleischloser Kost sind meist Fischst\u00e4bchen, die dann mit irgendwelchen Phantasienamen wie z.B. &#8222;Captain Cook&#8220; bezeichnet werden. Wenn ich doch mal Lust auf was Deftiges habe, bestelle ich mir gerne ein &#8222;Kinderwiener&#8220; mit Pommes, Preiselbeeren und Mayonnaise. Nat\u00fcrlich versuche ich, dass diese Tage weniger werden. Hier spielt aber auch der Neid oder die Gier ein wenig mit. Ich liebe Gebackenes, obwohl ich wei\u00df, dass mein Magen damit dann doch wieder gut, manchmal sogar zu viel besch\u00e4ftigt ist &#8211; manchmal wirkt das so, als ob er mich gleich nach der Arbeit (dem Essen) nach einer &#8222;Schwerarbeiterzulage&#8220; fragt &#8211;\u00a0wie ein fiktives Magenarbeitsrecht: Ich habe jetzt Anspruch auf einen Verdauungsschlaf. \u00a0Wenn aber alle anderen Mitesser Schnitzel bestellen und nicht kostwillig sind, kann ich schwer auf mein gebackenes Men\u00fc verzichten, also wechselte ich zum Kinderschnitzel.<\/p>\n<p>Eine Bestellung des &#8222;Kinderschnitzels&#8220; wird mir immer in Erinnerung bleiben. Als ich mir einmal auf einer Autobahnrastst\u00e4tte &#8211; Rosenberger oder Landzeit, ich wei\u00df nicht mehr genau wo das war &#8211; ein Kinderschnitzel bestellte, bekam ich prompt innerhalb k\u00fcrzester Zeit mein Zeichenblatt und bunte Stifte zum Ausmalen. Das Lustigste daran war allerdings das Gesicht des Kellners, als er mir diese Spielsachen \u00fcberreichte. Zuerst suchte er ziemlich lange ein Zeichen f\u00fcr das Kind am Tisch, damit das Zeichenblatt auch an die richtigen Position geliefert wurde, bis ich dann sagte: Danke das ist f\u00fcr mich. Ja, ein kundenorientierter Kellner, der seine fixen Tische zu bedienen hat, w\u00fcrde das registrieren, dass ich vielleicht kein Interesse an einem Spielzeug habe, wenn ich mir als Erwachsene ein Kindermen\u00fc bestelle. Der Bestellcomputer registrierte aber nat\u00fcrlich nur\u00a0Kindermen\u00fc, der hat ja keine Augen am Kopf bzw. auf der Festplatte bzw. zum Gl\u00fcck noch nicht. Ein sehr lustiges Erlebnis und das Men\u00fc mit den Spielsachen als Beilage schmeckte trotzdem gut. Vielleicht probiert ihr das ja mal aus &#8211; geht aber nur in &#8222;anonymen&#8220; Gastst\u00e4tten und wahrscheinlich auch in Selbstbedienungsl\u00e4den. Kleine Portionen mit Spa\u00dffaktor, vielleicht ist ja auch eine Fahne oder ein Schlecker dabei, oder der Kellner denkt mit &#8211; ein guter Test f\u00fcr die Kundenorientierung der Gastst\u00e4tte.<\/p>\n<p>Wenn ihr weder in die Rolle von Senioren noch in die von Kindern schl\u00fcpfen wollt, vielleicht macht es euch ja auch so viel Freude wie mir, Speisen zu teilen. Ich freue mich immer, wenn ein Mitbesucher des Restaurants, mit mir eine Speise teilen m\u00f6chte. Nach einer halben Hauptspeise schmeckt n\u00e4mlich die Nachspeise umso besser. Ich brauche n\u00e4mlich fast immer eine Nachspeise als Abschluss meines Mahls. Mein Freund Maskulino versteht das gar nicht. Er ist generell wenig S\u00fc\u00dfes und eine Nachspeise zu bestellen, obwohl man die Hauptspeise nicht mehr zusammenessen konnte, gilt bei ihm sogar als etwas ganz Furchtbares, wie eine S\u00fcnde oder ein Verbrechen. &#8222;Man kann doch nicht zu satt f\u00fcr die Hauptspeise sein und dann noch Platz f\u00fcr die Nachspeise haben!&#8220;. Meine Freundinnen verstehen das allerdings sehr gut, vielleicht ist dieser Gusto geschlechtsabh\u00e4ngig? Ich freue mich immer dar\u00fcber, wenn jemand mit mir die Nachspeise teilt, und bei weiblichen Tischgenossinnen ist diese Freude meist auf beiden Seiten vorhanden,\u00a0aber ich kenne nur wenig M\u00e4nner, die von sich aus bereit sind, Speisen zu teilen. Einige sind dazu bereit, aber passiert das vielleicht nur um uns Frauen gl\u00fccklich zu machen? Ich habe das noch nicht genau herausgefunden.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise finde ich oft Speiseteilbereitwillige, besonders bei den Nachspeisen, vor allem, wenn\u00b4s etwas neues Kreatives gibt, dann traut man sich alleine vielleicht nicht dr\u00fcber. Vielleicht schmeckt es ja dann doch nicht, die Creation Surprise, und der finanzielle Aufwand wird\u00a0quasi buchhalt\u00e4risch als umsonst eingestuft &#8211; ohne Input.\u00a0Allerdings f\u00fchlt sich das geteilte Erlebnis\u00a0entweder an wie: Geteiltes Leid ist dann halbes Leid, wenn vor lauter Gier dann\u00a0beide M\u00e4gen zu schmerzen beginnen oder im\u00a0Idealfall ist &#8211; zumindest f\u00fcr mich &#8211; geteilte Freude und gemeinsames Genie\u00dfen (immer besser als\u00a0in Isolation). Wenn man schon z.B. unbedingt als einzige noch einen Eisbecher bestellen mu\u00df, reicht da nicht vielleicht eine Kugel von der Lieblingsgeschmacksrichtung, m\u00fcssen es dann gleich mindestens 3 sein oder sogar ein ganzer Becher mit bis zu einem halben Liter gef\u00fcllt mit allem m\u00f6glichen zuckerh\u00e4ltigen Bestandteilen inklusive Schlagobers? &#8211; Mein Favorit ist, ein Twinny Eis zu teilen, wobei da die Teilenden unbedingt unterschiedliche Geschm\u00e4cker brauchen, denn wenn beide gr\u00fcn wollen, gibt\u00b4s dann immer einen Looser, was ja nicht der eigentliche Sinn des Teilens ist.<\/p>\n<p>Wie gesagt &#8211; teilen ist nur bei Maskulino \u00fcberhaupt nicht m\u00f6glich. Es hat ganze 5 Jahre Lebensgemeinschaft gedauert, bis ich mir z.B. nur ein Pommes von seinem Teller nehmen durfte und das auch nur, wenn er eigentlich schon satt war. Er erkl\u00e4rt das immer so:\u00a0Ich bin in einer Gro\u00dffamilie aufgewachsen, wir waren 7\u00a0Kinder &#8211;\u00a0 da war man froh, wenn man ein paar L\u00f6ffel\u00a0auf\u00a0seinem Teller hatte und besonders wenn\u00b4s etwas\u00a0Gutes gab, wie z.B. selbstgemachte Mohnnudeln, war\u00b4s auf jeden Fall immer zu wenig. D.h. das was auf dem Teller ist, wird selbst aufgegessen und\u00a0auch nie zur\u00fcckgeschickt. Im Notfall muss der Schnaps danach dann wieder\u00a0f\u00fcr Ordnung im Magen sorgen.<\/p>\n<p>Also\u00a0vielleicht probiert ihr\u00b4s mal, Kinder oder Senioren zu spielen oder teilungswillige Mitesser zu finden. Auf jeden Fall bringt das Abwechslung in\u00a0eure Essensgewohnheiten, vielleicht ein paar Kilos weniger und trotzdem\u00a0neue Gen\u00fcsse oder auch lustige Erlebnisse.<\/p>\n<p>Einen guten Appetit w\u00fcnscht euch<\/p>\n<p>Gelly<\/p>\n<p>Gellysblog<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.freude-am-wohnen.at%2Fgelly%2Fhalbe-portionen%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute habe ich mich zwar wieder vegetarisch ern\u00e4hrt, doch der \u00dcbermut (vielleicht auch die Gier) hat mich wieder \u00fcberrollt. 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